Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen - Für ein respektvolles Miteinander von Mensch und Natur

INTERREG-Projekt AB 179 zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit

2018 ist das grenzüberschreitende Interregprojekt "Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen - Für ein respektvolles Miteinander von Mensch und Natur" angelaufen. Verschiedene Projektpartner werden in den kommenden drei Jahren dafür an den Flüssen Isar, Iller, Lech, Ammer, Loisach und Tiroler Achen die Vorkommen von Kiesbrütern wie Flussuferläufer und Flussregenpfeifer sowie Kiesbankheuschrecken untersuchen.

Ziel ist es, ein verträgliches Miteinander von Mensch und Natur zu erreichen. Denn für diese Vogelarten wird es immer schwieriger, ruhige Brutplätze zu finden. 2019 möchte der LBV in Absprache mit der Gebietsbetreuerin Kathrin Schwarz vom Ökomodell Achental, der Unteren Naturschutzbehörde und den Naturschutzwächtern ein mobiles Besucherlenkungssystem errichten, damit der Naturfreund sich nicht von den Vögeln selbst aufschrecken lassen muss, sondern im Vorfeld durch eine selbsterklärende Beschilderung erfährt, dass an dieser Stelle Vorsicht geboten ist.

Die Tiroler Achen
Die Tiroler Achen
Fotos: Sabine Pröls
Fotos: Sabine Pröls

Geplante Maßnahmen im Rahmen des Interregprojekts

Die Tiroler Achen entspringt am Pass Thurn in den Kitzbühler Alpen in Tirol und ist der größte Zufluss des Chiemsees. Das Mündungsdelta ist naturschutzfachlich überregional bedeutend. Dort finden zahlreiche Vogelarten, wie auch der Flussuferläufer, einen wertvollen Rückzugsraum. Das Achendelta ist deshalb ganzjährig mit einem Betretungsverbot geschützt. Aber auch die Tiroler Achen zwischen Grenze und Achendelta bietet zählreichen Vogelarten Lebensraum, obwohl ihre Ufer an vielen Stellen verbaut sind. So konnten 2015 vom LBV 93 Vogelarten und davon 62 Brutvogelarten festgestellt werden. Als Besonderheit kommen Flussregenpfeifer und Flussuferläufer mit mehreren Brutpaaren dort vor. Sie profitieren auch von Aufweitungsmaßnahmen des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein.


Die Tiroler Achen wird gern von Spaziergängern und Radfahrern besucht. Die Kiesbänke laden zum Verweilen ein. Zwischen Grenze und Marquartstein fahren Kajakfahrer den Fluss hinab. Ziel ist somit, an der Tiroler Achen die Brutplätze zu lokalisieren und in Abstimmung mit dem Ökomodell Achental und Nutzergruppen ein mobiles Besucherlenkungssystem einzuführen, damit Kiesbankbrüter in Ruhe ihre Jungen aufziehen können und die Freizeitgäste trotzdem Ihren Beschäftigungen nachgehen können.

Projektpartner

Das Interreg-Projekt “Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen” verfolgt das Ziel, grenzüberschreitend die Voraussetzungen für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur zu schaffen. Um dies zu erreichen, haben der Landesbund für Vogelschutz e.V. sowie der Naturpark Tiroler Lech, das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen und der Naturpark Karwendel mehrere Maßnahmen geplant.

Weitere informationen zum Projekt

Weitere Informationen zum Interregprojekt finden Sie unter

www.karwendel.org/interregprojekt_gebirgsfluesse/.